Dienstag, 13. November 2012

Hase, Tip und Puppen

06.11-12.11


Auf Grund vieler Assignments die ich schreiben muss, wenig Zeit und meiner Sportlust, möchte ich die vergangenen Tage in einem etwas größeren Artikel zusammenfassen. 
Um mich im gleichen Atemzug dafür zu entschuldigen, werde ich zwei kleine Anekdoten an den Anfang stellen:
1. Nach der Party am Samstag im Fontana bin ich erst gegen 6 Uhr ins Bett gegangen. Am Sonntag klingelte es gegen 9 Uhr an der Tür. Absolut übermüdet und noch halb im Tee öffnete ich. Ein Inder stand davor und fragte mich höflich: 
"You know where I can do my laundry." (Wissen sie wo ich meine Wäsche waschen kann?)
"Laundry? I haven't washed in a week." (Wäsche? Ich habe seit einer Woche nicht mehr gewaschen)
"No, no. Did you understand what I mean? I mean..." (Nein, nein. Verstehen sie was ich meine? Ich meine...)
"Yeah, yeah I know but I didn't wash, sorry!" (Ja ich weiß was sie meinen, aber ich habe nicht gewaschen, sorry)

Und habe ihm die Tür vor der Nase zu gehauen. :-D
Glücklicherweise kam auch die Freundin meines Mitbewohners heraus und hat dann die ganze Sache aufgeklärt. Ich bin in der Zeit wieder ins Bett und während ich so einschlafe, überlege ich mir: Was zur Hölle hast du da gemacht Joseph???

Die 2. Geschichte ist mehr eine Feststellung wie das Trinkgeldverhalten in Finnland ist. In der Gaststädte ist es vollkommen ok einen Tip zu geben. Es ist mir allerdings schon drei mal passiert, dass ich beim Shoppen Trinkgeld geben wollte. Beispielsweise als ich das Geburtstagsgeschenk von Patrycja besorgt hatte:
"240€ bitte" (Um hier nicht den wahren Preis zu schreiben, da Patty sicher mit liest, habe ich den Wert geändert)
"240? Machen sie bitte 260€"
"260? warum wollen sie denn mehr bezahlen?"
"Ich würde gern Trinkgeld geben"
"Trinkgeld? Hahahahahahaha" und ohne weitere Worte gab sie mir den richtigen Betrag heraus und ließ mich wie einen begossenen Pudel stehen. Phüüüüüüüü... behalte ich eben mein Geld!

Ein weiteres Highlight der letzten Tage war der Besuch von Josephine. Klein Josi hat einen Trip durch Finnland gemacht und hat sich überlegt, einen Abstecher zu mir zu machen. Wir haben uns das Museum of Vaasa angeschaut und einen super Park entdeckt, in dem viele verrückte Puppen ausgestellt waren:

















Einen Hasen habe ich auch gesehen: :-)



Wie sich später heraus gestellt hat, gibt es ganz viele Stadthasen hier.

Den einen Abend haben wir bei Juho gekocht. Es war hauptsächlich eine Deutsch-Finnische-Runde, aber es war dennoch sehr lustig. Es gab Wraps und halle haben sich hemmungslos überfressen.
Ich habe auch wieder mit der Videoschneiderei zu tun, da mich Juho gefragt hat, ob ich Lust hätte, an dem Helsinki-Video (von unserem Trip) mit zu schneiden. Leider habe ich Adobe Premiere nicht auf meinen Laptop hier, aber es sollte auch mit einer open source Software gehen.
Zum Abschluss dieses Teils noch eine Geschichte, die mir eine Freundin erzählt hat: Sie hat hier einen Finnen kennen gelernt und je nach Party verfallen sie eben ab und zu in Smaltalk und lernen sich kennen. Da ihre Bekanntschaft ein typischer Finne ist, geht das denkbar schwer. Er sei einfach zu schüchtern. Auf dem Heimweg hatte sie ich vorgenommen: "Alles klar, jetzt warte ich auch mal, bis er ein Gespräch anfängt und werde nicht einfach so eine Konversation beginnen". Es hat eine ganze Weile gedauert, bis sich der Finne motiviert hatte. Er riss ein wenig die Arme hoch, atmete sehr schwer aus, als hätte er eben den Weltrekord beim Kugelstoßen brechen wollen und sagte: "Phuuuuuu okkkkkkkk! So where are you from?"
Das ist einfach so typisch! Im Endeffekt hatten sie ein sehr nettes Gespräch und alles war gut, aber es hat eben lange gedauert, ehe der erste Schritt gemacht wurde.

Ach und wir waren am Samstag feiern :-)




13.11.12


Heute bin ich einfach nur früh zur Uni und habe mir eine hoch interessante Vorlesung über Cross Culural Management angehört. Gleich werde ich mal versuchen mich in den Piano-Raum zu stehlen und mein Repertoire aufzufrischen. Dann Sport und abends bei Phil kochen.
Noch ein paar Eindrücke:

Ein herrlicher Sonnenntergang gegen 15:30

Ein Projekt welches Weltweit statt findet. Nicht rasieren gegen Prostatakrebs oder so^^ Eine Freundin wollte mich dazu überreden und darauf habe ich mir die Variationen auf dem Bild mal näher angeschaut.

Patty nach dem Mittagessen

Unsere tolle Uni

Josi

Hier im Second-hand-Shop

Meine Pizza bei Koti-Pizza wird gemacht

Ach ja: Papa war ja da. Und immer wenn der gute Herr verreist, kommt auch ein Video heraus. Die Handlung ist zwar mit einer Brise Fiktion versetzt, aber egal :-)
Wer interessiert ist kann HIER klicken.
Und wer noch einen guten Film schauen will: "Bronson"
Laut Kritiker ist es das "Clockwork Orange des 21. Jahrhunderts"

Dienstag, 6. November 2012

Boattrip, 5555. Besucher, mein Hut

01.11.12-03.11.12

Der ESN Boattrip stand an. Das als Love- und Partyboot verschriene Fährschiff Symphony von Silja Line hat eingeladen, von Helsinki nach Stockholm zu fahren und dabei zwei Abende zu feiern und Spaß zu haben. Doch erst einmal mussten wir ja nach Helsinki kommen. Also hieß es wieder um 5 aufstehen. Die Busfahrt habe ich neben Patrycja verbracht. Zum Glück konnte ich noch etwas Schlaf nachholen. So wie die Anderen: 



In Helsinki angekommen haben wir direkt das rieeeeeeesen Schiff gesehen.






Die ganzen Studenten wollten natürlich alle schön clever sein und Alkohol mit an Bord schmuggeln, um sich, wenigstens in der ersten Nacht, den Kosten an der Bar zu entziehen. Es wurde zwar angedroht, dass alle Sachen durchsucht werden würden, aber das hat keiner geglaubt. Beim Check-in haben wir aber festgestellt, dass das bittere Wahrheit war. Jeder Student wurde durchsucht. In der puren Verzweiflung wurden dann sämtlich Reserven direkt im Foyer geleert :-D


Drei Bier und einen sechstel Vodka voller ging es dann zur Kontrolle. Lustiger Weise wurde nur meine Tasche, nicht aber mein Rucksack kontrolliert. Na wie es eben immer so ist: Im Nachhinein ist man schlauer. Das Schiff war einfach riesig. Es war wie so eine kleine Stadt aufgebaut


Unsere Kajüte war ziemlich klein, aber ich habe auch nichts anderes erwartet. Von daher war das auch kein Problem. 


Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann auch schon zum allyoucaneat Buffet. Es war der Wahnsinn. Alles was man von einem Buffet für 1500 Studenten erwartet, hat sich als falsch heraus gestellt. Es war absolut vielschichtig, es wurde immer sofort nachgereicht, wenn etwas zur Neige ging und es gab Lebensmittel aus der oberen Preisschicht. Kaviar, Roastbeef, gebeizter Lachs,... Und dazu Freibier bzw. kostenloser Rot- und Weißwein. So vollgestopft war ich seit langem nicht mehr. Denn gerade als man dachte, alles einmal ausprobiert zu haben, kamen die Nachspeisen. Minidonuts, Brownies, Eis,...
Ich habe leider vergessen ein Foto von meinem Kostüm zu machen (wir erinnern uns: Der ganze Boottrip stand unter dem Motto: Piraten), aber folgendes Bild zeigt sowohl den Füllstand meines Bauches, als auch ein wenig mein Kostüm:

Isi und Jenni auf der linken Seite vermochten den Fresswahn etwas zu widerstehen. Ach und man beachte meinen tollen Propellerhut :-D

Nach einer Erholstunde mit Schnappatmung und kugelartiger Fortbewegung sollte es dann zum Feiern gehen. Lustiger Weise hatten wir sehr starken Seegang und so mussten ca 30% der Studenten den Abend im Bett verbringen. Die restlichen 70% wurden auf der Tanzfläche Welle um Welle, von einer Seite auf die Andere geworfen. Gegen halb 4 war ich im Bett.

Am nächsten Morgen hat Patrycja uns geweckt. Es war 10 Uhr und wie haben inzwischen in Stockholm angelegt. Also fix geduscht und aufgebrochen. Patty, Tobi und ich haben uns zusammen geschlossen, die Schwedische Hauptstadt zu erkunden. Hier ein paar Eindrücke:

Die Metro

Das Stadtzentrum



Eine Gangster wie er im Buche steht. Die Hose in den Socken, Einheitstrainingsanzug und dünnes Flaumenschnurrbärtchen. 







Frühstück!

In Gamlastan (dem alten Stadtkern Stockholms) ist alles ganz verwinkelt und romantisch




Patti haben vom Laufen die Füße geschmerzt. Aber als Frau von Welt hat man ja alles dabei. Ich konnte mir dennoch nicht den Spaß verkneifen und mir auch einen Schuh vom Fuß reißen



Vor dem Königspalast ist gerade die Garde aufmarschiert


Drachentöter und Prinzessin^^





Vor lauter Freude über die schöne Stadt habe ich mir meinen ersten Hut im Leben gekauft. Der Propellerhut aus dem Kostümgeschäft jetzt mal ausgeschlossen^^

Das bekannte Zeichen nach Geldangaben ",-" gibt es hier nicht. Hier gibt es :-

Am Nachmittag auf dem Schiff wurde dann groß im Duty Free Shop eingekauft. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mit leeren Händen Heim gefahren bin. Lustiger Weise konnte man direkt in dem Laden so kleine Trolleys kaufen. Irgendwie musste man ja die 100 Dosen aus dem Sonderangebot weg bekommen. Am Abend wollten wir in den Geburtstag von Patty rein feiern. Da die ganzen Kajüten viel zu klein waren, haben wir spontan auf dem Gang gefeiert.




Ich war kurz davor mir dieses leckere Kaugummiparfüm von Justin Bieber zu holen. Zielgruppe: kreischendes Teeniemädchen... 


Abends wurde wieder wie wild gefeiert.

Am 03.11 sind wir gegen 11 in Helsinki mit dem Bus los gefahren und waren dann am Abend gegen 18 Uhr zu Hause. Ich war nur noch joggen und bin dann in mein Bettchen gefallen. Immerhin hatte ich jede Menge Schlaf nachzuholen.

04.11.12


Sport, Englischassignment geschrieben, abends im Fontana feiern gewesen. Wieder mal :-)

05.11.12


Die Mädels Patti und Kristin haben mich zum Essen eingeladen. Wir haben eine überragende Lassagne gemacht. 

Kristin die vor dem Essen noch ihre Wäsche macht :-D




Nach dem guten Essen bin ich wieder zu mir gedüst. Am Wochenende war so etwas wie die Dreiheiligen in Finnland. Auf dem Friedhof standen an jedem einzelnen Grab Kerzen. Ich finde, dass das ein sehr schöner Brauch ist. Ich habe es versucht mit dem Handy fest zu halten. Aber seht selber: 



Am Abend habe ich bis spät in die Nacht ein Assignment für cross cultural management geschrieben. Gegen 2 Uhr war ich damit fertig. 

06.11.12


Ich bin früh an der Uni gewesen, habe meinen roten Overall endlich abgeholt und war bei Hesburger. Wahnsinnig lecker. Und jetzt da ich Gutscheine für den Laden habe, auch wirklich erschwinglich. Sie haben einen Burger, den man getrost mit einem BigMc vergleichen kann. Nur das der Burger von Hesburger in Form gehalten wird: 

 :-) super Idee



An der Uni habe ich eine konkurrierende Fahrradgang gesehen. Ich glaube es wird Zeit für mich den Laden aufzumischen^^
Ich werde gleich wieder an die Uni fahren und etwas fleißig sein.
Auf bald Freunde. 

Ach ja: Der 5555. Besucher war auf meinem Blog :-)

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Vorträge, Assignments und Feierei

29.10.12


Die Aufregung stieg. Ich sollte heute mit meiner Gruppe eine Präsentation in Nordic Perspectives on marketing halten. Das ganze sollte eine halbe Stunde dauern, aber da wir viel Leute in der Gruppe waren, hielt sich die aktive Redezeit in Grenzen. Das Thema war die Analyse eines Dienstleisters. Nach allen Regeln der Kunst wurde da nach Site accessibility , benefits and weaknesses und Facilitating Service hin und her untersucht. Alles in allem war der Vortrag recht gut. Die Tutorin hatte am Ende keine Fragen und war begeistert, dass ich das Auditorium mit eingebunden habe. Vielleicht hat sie auch einfach nur das Bild am Ende meiner Präsentation überzeugt:


Ich weiß, das ist keine Meisterleistung, aber hey, ich hab kein Photoshop auf meinem Laptop. 
Danach hatte ich noch eine Vorlesung: Global sourcing and procurement. 
Ein wesentliches Merkmal, neben der Zweiteilung des Semesters, an der finnischen Uni ist, dass Schreiben von Hausarbeiten. So genannte Assignments. In fast jedem Fach muss man das machen . Man hat also neben der normalen Uni immer noch einen Haufen Arbeit, da man zu Hause noch etwas schreiben muss.
Nachmittags war ich bei Katha und wir haben mit ihren Gästen den Geburtstagskuchen gegessen.
Abends ging es ins Gym .
Auf dem Weg nach Hause bot sich mir folgendes Bild:



30.10.12


Aufstehen und zu Uni. Cross Cultural Management stand an. Der Weg zwischen meinem Wohnheim und der nächsten Einkaufsmöglichkeit war komplett vereist. Kein Problem dachte sich der kleine Joseph und strampelte munter drauf los. FALSCH GEDACHT. Nach ein paar Metern ist mir erst ein wenig das Hinterrad auf der Eisfläche weggerutscht und Stück weiter dann auch noch das Vorderrad. Ich bin aktionheldtechnisch da lang gerutscht. Felix würde sagen: Voll abgeschliddert.
Es hat nicht weh getan, aber sah sicherlich aus wie der 5. Teil von "Die Hard"... oder vielleicht sah es auch ein Stück weit belustigend aus. Wie auch immer. Meine Seite war nass und so sollte ich nun in die Uni.
In der Vorlesung haben wir gleich neues Aufgaben für ein neues Assignment bekommen. Zeitansatz: 24 Stunden. 
Das kam mir etwas ungelegen, da ich für den Folgetag mit Patrycja noch einen Englischvortrag vorbereiten sollte. Nach einer kleinen Joggingrunde mit Katharina bin ich zu Patty gegangen und habe begonnen die Präsentation zu gestalten. Viel Zeit dafür blieb jedoch auch nicht, da eine Preparty bei Phil anstand. Die Wohnung war am Ende gebrochen voll. Alle wollten in den Schwedischen Club "Olivers Inn". Patrycja war so vernünftig und ist nach Hause gegangen, um den Vortrag vorzubereiten. Ich hingegen habe mich überreden lassen, auf EIN Getränk mitzukommen.
Am Ende ist es zwar auf Drei hinaus gelaufen, aber es war doch recht lustig. Immerhin hatte ich die Beherrschung, um zwei Uhr nach Hause zu gehen. Gegen drei war ich im Bett
Hier noch ein paar Eindrücke: 

Carsten, Etienne, Ewa, Atrestis

the italian stallion



31.10.12


Um 7 hat der Wecker geläutet. Auf zur Uni. Patrycja und ich sollten unseren tollen Vortrag im oral english Kurs halten. Über 40 ganze Minuten. Man man man. Wir hatten das ganze noch nie zuvor durchgesprochen und es war der HAMMER: Der Lehrer meinte am Ende, dass wir die Messlatte jetzt weit nach oben katapultiert haben. Die Finnen im Kurs (alle außer Patrycja und ich) haben auch alle fleißig aufgepasst. Ich denke sie fanden es auch mal sehr interessant, den Spiegel vorgehalten zu bekommen. Der Tutor hat den Vortrag auch gefilmt, aber da er ja 40 Minuten dauert, lade ich das mal nicht hoch.  
Danach habe ich noch an meinem Assignment für Cross cultural management gearbeitet. Dann ging es in die Stadt zum Kostüm shoppen. Denn morgen ist der legendäre pirates of the baltic sea boat trip nach Stockholm. 3 Tage auf dem Schiff relaxen, feiern und dann am Land Sightseeing. Mein Kostüm:


Ich werde mich melden, wenn ich wieder da bin. FREUDE!!!